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Our Bright Future von Tracy Chapman
Preis bei Amazon: EUR 15,95, Angebote ab EUR 9,65 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: November 2008
Tracks:
5 Kundenrezensionen:Überraschung des Jahres 2008 5 von 5 PunktenIch hätte vor dem Hören dieser CD nicht erwartet, dass ich nach mehrmaligen Anhören sagen würde: Das ist meine Platte des Jahres! Umzingelt im Weihnachtsgeschäft von vielen inzwischen sehr stereotyp klingenden Hip-Poppern, von einem respektablen Spätwerk von Oasis, dem doch eher entzauberten Great Lost Album von Guns'n'Roses kommt hier 20 Jahre nach ihrem Debut, das für immer verbunden sein wird mit ihrem bewegenden Auftritt im Wembley Stadium beim Free-Nelson-Mandela-Konzert, die inzwischen 8. Platte von Tracy Chapman. Für die meisten nicht gerade eine atemraubende Nachricht. Und dann hört man mal rein in die CD. Fast-Forward-Modus: Eher unspektakulär-konventionell: Sängerin mit Akustikgitarre, sparsam unterstützt von einer Band. Und dann nach 20 Sekunden macht es Klick: Da kommt etwas Großes aus den Boxen, Musik, die einen unentrinnbar in den Bann zieht. Perlend klar der Gesang, ein Referain, der einem nicht schnell wieder aus dem Gehör geht. Und so geht es auf der Scheibe weiter. Songperle reiht sich an Songperle. Man tippt mit den Schuhspitzen den Rhythmus. Auf "Save Us All" ist es eine an Ry Cooder erinnernde Steel-Guitar, die den Song treibend voran bringt. Nahezu Hitparaden-tauglich. Und dann "Thinking of You", der Ober-Ohrwurm. Ein Song für die Heavy Rotation. Spätestens jetzt ist klar: Mit dieser Scheibe hat die inzwischen 44-jährige Tracy Chapman ihr Meisterwerk abgeliefert. Klar und Rubin-reif wie die späten Aufnahmen von Johnny Cash. Die beiden hätten ein starkes Duett abliefern können. Die Produktion der ganzen Scheibe ist wie aus einem Guß, das ist die Handschrift von Larry Klein, dem Produzenten vieler Joni Mitchell-Platten. Our Bright Future - das klingt wie der Soundtrack zu Obamas Wahlsieg. Es ist eine CD, die ich geneigt bin, wenn sie zuende ist, sofort wieder von vorne laufen zu lassen. Vorsicht, Suchtgefahr! Es wäre nur gerecht, wenn diese CD zu Weihnachten viele Käufer finden würde, ein schöneres Geschenk kann man seiner Frau, Freundin oder Schwester in dieser Preisklasse kaum machen. Und es ist schön, sich vorzustellen, wieviele Hörerinnen (und Hörer!!!) dann in den Tagen nach Weihnachten unter ihren Kopfhörern mit den Fingern mitschnappen und mit den Fußspitzen mittrommeln. Ein Gedicht! 5 von 5 PunktenDieses Album ist ein Gedicht. Ich finde es wunderbar, was uns Tracy hier abliefert, absolut unaufgeregte Songs mit unaufdringlicher Begleitung. Mit Gitarre, ist ja klar, die spielt sie selbst, sowohl die Electric-, als auch die Acoustic-Guitar, mit Piano, Bass und Drums. In verschiedenen Liedern kommen auch mal von ihr weniger oft eingesetzte Instrumente zum Einsatz: Klarinette, Mandoline oder Geige. Bei manchen Liedern höre ich noch so die Klänge ihres Debutalbums von 1988 heraus, z.B. bei "Our bright future" und "Conditional", aber bei den meisten anderen Songs überrascht sie mit von ihr ungewohnten Klängen und musikalischen Arrangements. Durchgängig interessant, ruhig, nachdenklich, abwechslungreich - sehr gelungen! Könnte durchaus bei langen Joggingstrecken den Motor ankurbeln. Ein schönes Album von Tracy 5 von 5 PunktenDie CD ist echt gut und läuft bei mir ziemlich oft. Diese Reduzierung der Musik mit äußerst sensibler Verwendung der Instrumente hat mit an Tracy Chapman schon immer gefallen. Um das in der Art zu machen hat sie entsprechende Musiker. Auf dieser CD sind sie wirklich der Hammer und das hört man. Zu erwähnen wäre sicher Larry Klein am Bass. Er war bereits zur Zeit seiner Ehe mit Joni Mitchell als Musiker und Produzent sicher eine Ausnahme. Heute arbeitet er mit Musikern wie Herbie Hancock. Steve Gadd am Schlagzeug gehört unzweifelhaft zu den Besten. Er begleitete Musiker wie Al Jarreau, Chick Corea, Frank Sinatra, Barbara Streisand usw... Nichts ist laut oder zuviel. Zurückhaltung ist ja eine der Qualitäten ihres Sounds. Dafür aber fein und rein. Ihre Kompositionen und deren Verbindung mit ihrem Gesang waren und bleiben für mich auch musikalisch einmalig gut und schön. Alle Stücke strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Das Gesamtgefühl der CD ist, wie bereits von anderen beschrieben, wirklich positiv. Tracy hat in den Lyrics natürlich wieder einiges zu sagen und macht das bei den Themen die sie behandelt elegant, charmant und mit reichlich Humor. Bei "I Did It All" oder "Save Us All" musste ich erst mal herzlich loslachen. Die Texte haben jedenfalls nichts an Biss verloren. Nehmt Euch Zeit für die CD es lohnt sich. She still sings for us! 5 von 5 PunktenTracy Chapman singt wieder für uns, so zumindest laut des ersten Titels ihres neuen Albums, und mein erster Gedanke war: wie schön, ihre Stimme wieder zu hören! Wonach mir auffiel, dass die Arrangements diesmal wieder durchweg fluffiger, luftiger klingen als die Songs der doch eher düsteren, in sich gekehrten Vorgängeralben "Where You Live" (2005) und "Let It Rain" (2002). Dabei stechen besonders "I Did It All" (mit Klarinette! - klingt nach Cabaret) und "Save Us All" (mit Bibelzitaten! - klingt nach Country) heraus, was im Kontext von Chapmans Back-Katalog doch etwas Besonderes ist. Die restlichen Songs konzentrieren sich wie gewohnt auf den Einsatz akustischer Instrumente, in deren Mitte die nach wie vor eindrucksvolle Stimme "thront". Dabei beschwört Tracy Chapman keine Revolution mehr herauf, stattdessen kommentiert sie, was sie erlebt - von Familientragödien ("For A Dream") über den allgemeinen Zustand der Welt ("Our Bright Future", die schon längst hinter uns liegt, "The First Person On Earth", die dem letzten Menschen gegenübergestellt wird), Hoffnungen auf eine bessere Welt ("Something To See") bis zu Zwischenmenschlichem ("Conditional", "Thinking Of You"). Der Grundton all ihrer Texte ist dabei so negativ, dass ich fast einen Stern von der Bewertung abgezogen hätte, vom ewigen Lamentieren wird nämlich auch nix besser, aber dann dachte ich: Wenn sie das Leben so sieht, soll sie entsprechend drüber singen. Ich hab zum Glück ein bisschen mehr Spaß. 20 Jahre nach ihrem Debüt hat sich natürlich vieles verändert, daher verlange ich auch gar nicht, dass sie noch so klingt wie 1988 - womit sie aber immer wieder verglichen wird. Ich freue mich stattdessen, wenn mir beim Anhören manchmal "A New Beginning" (1995) oder "Crossroads" (1989) herüberleuchten. Denn was für mich am meisten zählt: Tracy singt immer noch für uns, und so lange sie dabei so schöne Songs abliefert (ich habe keinen gefunden, der Skippen nötig machen würde) und zum Nachdenken anregt, geb ich ihr die 5 Sterne. Manche lassen sich von Timbaland oder einem Starvisagisten aufmotzen, jodeln von Karussellpferdchen herunter oder schlagen auf der Bühne Räder. Tracy Chapman macht das, was sie immer gemacht hat. Und das kann sie nach wie vor. Reicht mir vollkommen. Ein Blick in die nicht allzu rosige Zukunft 4 von 5 PunktenGute drei Jahre sind ins Land gezogen, seit dem Tracy Chapman ihr letztes Album "Where you live" veröffentlicht hatte, welches von düsteren und sehr introvertierten Songs gekennzeichnet war. Selbst für den größten Fan dieser Dame war das schon ziemlich schwere Kost. Heute hingegen wirkt Chapman wieder wesentlich beschwingter, die Songs kommen meist fröhlich, ja sogar ironisch daher; das beste Beispel ist der im Cabaret Sleaze gehaltene "I did it all". Nach all den Jahren im Musikgeschäft (Chapman ist mittlerweile 43) ist das Gewissen der Menschheit immer noch nicht müde geworden uns die Missstände der heutigen Gesellschaft vorzusingen - allerdings tut sie das heute eindeutig passiver als früher. Sie nimmt die Haltung eines Erzählers ein, der über allem schwebt und das ganze Geschehen überblicken kann. Die Zeiten einer Revolution, die die Welt aufrüttelt sind halt vorbei. Auf dieser Platte nimmt uns die Songwriterin mit auf eine Reise sowohl durch die Zeit, als auch durch zwischenmenschliche Beziehungen. Besonders eindringlich zeigt sich "The first person on earth", wo sie ein Weltuntergangsszenario heraufbeschwört. So extrem hat man Chapman nur selten erlebt. Qualitativ ist Chapman an ihren letzten Alben vorbeigezogen und hat beinahe die Genialität ihres Debutalbums erreicht. Doch ein Vergleich zum ersten Werk zu ziehen hat so seine Tücken: Allein wenn man die Arrangements der beiden CDs betrachtet, wird gleich klar, dass "Our bright Future" im Vergleich zu "Tracy Chapman" geradezu bombastisch wirkt, obwohl jeder durchschnittliche Charts-Hörer sagen würde: "Oha, da hat man aber mit Instrumenten gespart." Auch wenn Frau Chapman den Ruf hat einen Song um 3 Akkorde herum zu komponieren, schafft sie dies mit großem künstlerischem Wert, und ihre Texte suchen in der aktuellen Musiklandschaft immer noch Ihresgleichen und das bleibt auch auf "Our bright Future" so und wird wahrscheinlich auch auf allen noch zu erscheinenden Alben so bleiben. Chapman ist halt einfach ein Name der Qualität verspricht, egal in welcher Hinsicht. |
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